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Preisverleihung „Der Esel, der auf Rosen geht“

Sonderpreis der Jury für das Jugendblasorchester Halle -27. März 2011

Dankesrede zum Bürgerpreis - Enrico Rummel

[..] Zuerst sei der damalige Orchesterleiter Wolfgang Töpfer genannt, der das Ensemble im Jahr 1972 als Bestandteil des 
Zentralen Pionier- und FDJ-Ensembles ins Leben rief. Die Aufbauarbeit und die sich anschließenden zahlreichen Orchester-
fahrten in befreundete Nachbarländer prägten das Ensemble sehr und führten bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2002 zu 
einer engen Bindung untereinander.

Die Wendezeit sorgte aber ganz schnell für die Gefahr der Auflösung des Orchesters, da die Pionierorganisation als Träger 
nicht mehr existierte. So haben sich in dieser Zeit zahlreiche Personen für die Angliederung des Klangkörpers an unsere 
jetzige Schule und der Schaffung eines freien Einzugsbereichs eingesetzt. Insbesondere möchte ich hier Herrn Prof. Heichel 
als damaligem Elternvertreter und Vater eines Orchesterkindes sowie unserem ehemaligen Schulleiter, Herrn Töttler, Dank 
und Anerkennung aussprechen.

Aber auch in heutiger Zeit würde solch ein Klangapparat mit fast 100 Kindern nicht funktionieren, wenn ich als Orchester-
leiter keine engagierte Schulleitung und Vereinsmitglieder im Rücken hätte. Aus diesem Grund ein herzlicher Dank an alle 
Schulleitungsmitglieder, insbesondere an unsere Schulleiterin Frau Ackermann und an alle Vereinsmitglieder, die uns auf 
Fahrten begleiten, Betreuerfunktionen übernehmen oder mir einfach nur hinter der Bühne helfen.

Ein besonderer Dank gebührt aber den Kindern und Jugendlichen, die sich täglich den vollen schulischen Anforderungen 
stellen müssen und darüber hinaus freiwillig zahlreiche Stunden ihrer Freizeit im Jugendblasorchester Halle investieren, 
um dann erfolgreich Konzerte im In- und Ausland bestreiten zu können.

Liebe Musiker, ihr könnt stolz sein auf diesen Preis, genauso wie mit Sicherheit auch eure Schulleitung und eure Eltern 
stolz sind auf euch! Und gerade die Eltern der Musiker sind es, die all zu oft ihre Urlaubsplanung nach dem Jahresplan 
des Jugendblasorchesters ausrichten müssen und auch grundsätzlich hinter der Freizeitaktivität ihres Kindes stehen. 
Ein großes Dankeschön dafür!

Der Orchesterapparat ist ein großes Getriebe, bestehend aus vielen Zahnrädern (Musiker, Eltern, Instrumentallehrer, 
Schule, Verein und natürlich auch der Orchesterleiter), die zum richtigen Zeitpunkt ineinander greifen müssen. Und manch-
mal kommt es schon vor, dass sich Sand im Getriebe befindet, dass also eine Probe nicht so läuft, wie man es sich vor-
stellt oder dass ein Zahnrädchen sogar ausfällt. Das ist bei Maschinen dieses Alters normal, aber wir haben es immer 
wieder geschafft, den Motor zum Laufen zu bringen und so soll es auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte funktionieren. 
(Die Verleihung der Zelterplakette durch den Bundespräsidenten steht zum 100. Geburtstag in 61 Jahren an!)

Es hat sich seit der Wende für uns vieles geändert. Wir haben seitdem unsere Orchesterfahne mit dem Stadtwappen von 
Halle nicht mehr nur in ehemaligen sozialistischen Ländern, sondern auch vor dem Eiffelturm in Paris, dem Schloss Schön-
brunn in Wien oder dem J. F. Kennedy-Museum in Dallas platzieren können. Eine Bereicherung für das Orchester aber auch 
hinreichend Werbung für unsere Stadt Halle. Nicht zu vergessen sind aber auch Konzerte in unserer Stadt selbst, wie die 
feierliche Wiedereröffnung des Geburtshauses von Hans-Dietrich Genscher oder der am 02. Oktober 2010 ausgestaltete 
Festakt zur 20-jährigen Wiederkehr des Tages der Deutschen Einheit, zusammen mit unserem Partnerorchester aus 
Karlsruhe.

Dennoch plagen uns auch Zukunftssorgen. Der Nachwuchs, wie viele vielleicht annehmen mögen, ist es dabei nicht. 
Vielmehr sind es anstehende Investitionen für Instrumente, die den Fortbestand des Orchesters sichern könnten. Während 
das Ensemble gut in der Lage ist, sich durch Konzerteinnahmen und Spenden vollständig selbst zu tragen, ist eine notwen-
dige Erneuerung bzw. Generalüberholung des Instrumentariums aus eigener Kraft nicht zu realisieren. Instrumente, die 40 
Jahre und älter sind, besitzen ihre Spuren. 
Ich wünsche mir, dass wir dieses Ziel in den nächsten Jahren erfolgreich schaffen können, um auch weiterhin allen Kindern, 
egal welcher Herkunft und mit welchen finanziellen Möglichkeiten das Erlernen eines Instruments zu ermöglichen und einerseits dadurch 
eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu schaffen und andererseits einigen den Weg in eine musikalische Zukunft, z.B. bei der 
Bundeswehr, als Berufsmusiker oder als Musiklehrer zu ebnen.

An dieser Stelle möchte ich auch die Personen nicht vergessen, die in den letzten Jahren sozialschwache Kinder unseres 
Orchesters bei den Unterrichts-, den Leihgebühren sowie den Kosten für die alljährliche Konzertreise unterstützt haben. 
Dazu zählen der Landesverband der Volkssolidarität Sachsen-Anhalt, der Verein zur Förderung der Jugend und der Blasmusik 
sowie die GVS Hausverwaltung.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrte Frau Szabados, ich wünsche mir von der Stadt Halle weiterhin eine 
konstruktive Zusammenarbeit, insbesondere in der Kooperation mit dem befreundeten Jugendorchester aus unserer Partner-
stadt Karlsruhe. Hier hat sich eine Beziehung aufgebaut, die mit Sicherheit noch sehr lange halten wird.

Abschließend : Meine sehr geehrten Damen und Herren Stadträte, als Orchesterleiter des Jugendblasorchesters Halle und in 
meiner ehrenamtlichen Funktion als Landeschorleiter von Sachsen-Anhalt habe ich an Sie in diesem Zusammenhang noch 
eine ganz spezielle Bitte: 

Setzen Sie alles daran, dass vernünftige Bedingungen für musizierende Kinder und Jugendliche in der Stadt Halle 
erhalten bleiben oder vielleicht manchmal auch wieder neu geschaffen werden, sei es im Kinder- und Jugendchor der Stadt 
Halle oder in unserem Jugendblasorchester. Wir investieren damit nur positiv in die Zukunft, auch und erst recht in Zeiten 
knapper Kassen. [..]