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Gemeinsam fit für die Zukunft 
Herausforderungen für Schule, Wirtschaft und Politik                                                                                                           31.01.2010

Das war das Leitmotiv der schulinternen Fortbildung der Lehrerschaft unserer Schule, die sich zur Aufgabe gestellt hatte, sich einen Einblick in 
ein Wirtschaftsunternehmen der Region zu verschaffen. Einem langjährigen Kooperationspartner, dem Unternehmen KSB, gefiel diese Art der Zu-
sammenarbeit, unkompliziert und entschlossen boten sich Räumlichkeiten des Werksgeländes an, um in Gruppen Perspektiven der weiteren Arbeit 
und sich daraus ableitende Fortbildungen zu besprechen. 

                

Herr Haacke, der Geschäftsführer des Unternehmens in Halle ermöglichte es uns, die Produktionshallen zu besichtigen, Frau Fischbeck entwickelte 
die Logistik der Veranstaltung gemeinsam mit Frau Hartmann, Frau Ackermann und Frau Schimpf. Dafür sei den Organisatoren sehr herzlich gedankt. 
Besonders erfrischend war es, dass Auszubildende, unter ihnen drei ehemalige Schüler der KGS „Wilhelm v. Humboldt“ – Johannes Bergner 
(2. Lehrjahr), Sylvio Romoth (2. Lehrjahr) und Florian Meinig (1. Lehrjahr) – uns durch ihren Betrieb führten, kompetente Auskunft erteilten und 
überzeugend darstellen konnten, dass sie stolz auf ihr Unternehmen sind.
Danach bildeten die Kolleginnen und Kollegen Gruppen, in denen die eigene Arbeit reflektiert wurde, Erwartungen der Beteiligten am Bildungs- und 
Erziehungsprozess der Jugendlichen formuliert und Schlussfolgerungen für weitere Fortbildungsthemen getroffen wurden. 

                

Nach einem Imbiss sollte dann der Höhepunkt der Veranstaltung folgen. In einer Podiumsdiskussion, der Vertreter von Schule Wirtschaft und Politik 
als offizielle Gäste zur Verfügung standen, ging es um die Zusammenarbeit dieser drei Instanzen bei der berufsorientierenden Ausbildung junger 
Menschen. Für Herrn Haacke offensichtlich nicht nur eine Veranstaltung, die das Interesse an der Ausbildung für Schulabsolventen aller Bildungs-
gänge dokumentiert, sondern wie es sich in seiner Begrüßung und in anschließenden Gesprächen zeigte, ein echtes Bedürfnis, Schule und Eltern 
für eine Zukunftsperspektive im Berufsleben zu gewinnen. 
Im Einzelnen waren die Vertreter aus den Bereichen, die sich für das Verbleiben unserer Jugend in der Region und damit in Sachsen - Anhalt enga-
gieren und die mehr oder weniger klare Vorstellungen zur Zusammenarbeit für Schule, Wirtschaft und Politik äußerten.
Theo M. Lies –ein freier Journalist moderierte die Veranstaltung, stellte Fragen zu den einzelnen Bereichen an einzelne Vertreter und vereinzelt 
auch an die anwesende Lehrerschaft. So konnte man die Statements der einzelnen Vertreter zur Kenntnis nehmen, für Fragen, die man vielleicht 
an Anwesende gern gestellt hätte, gab es leider keine Zeit mehr.
Unsere Schulleiterin Frau Ackermann, die als erste zu dem derzeitigen Stand der berufsorientierenden Arbeit an unserer Schule befragt wurde, gab 
bereitwillig Auskunft über die bestehenden Aktionen wie SENTA!, TIP, BRAFO, Betriebspraktika, Elternveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den 
Kooperationspartnern. Sie äußerte die Zuversicht, dass diese Netzwerke noch ausbaufähig sind und damit unseren Schülern Möglichkeiten bieten, 
nahtlos ins Berufsleben zu wechseln.
Frau Angela Papenburg als Geschäftsführerin der Papenburg AG und als vielseitig engagierte Kooperationspartnerin von Schule, so u.a. der 
Heinrich-Heine-Sekundarschule im produktiven Lernen, formulierte klare Erwartungen an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Ausbildung 
auch für kleinere Unternehmen lukrativ bleibt. An Schule formulierte sie die Forderung nach Information über die Wirtschaft und die solide Ausbildung 
von Schulabsolventen.
Sehr bodenständige und nachvollziehbare Gedanken äußerte die Präsidentin der IHK, die die Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und Wirtschaft 
„einklagte“ und die Verantwortung der Eltern an mehreren Stellen betonte. Unterlegt mit Zahlen, dass sich die Zahl der Abgänger von 2009 zu 2010 
halbiert habe, untermauerten den Gedanken der Zusammenarbeit, den auch Frau Dr. Bratzke, die der Agentur für Arbeit voran steht noch einmal 
unterstrich. Allerdings betonte sie, dass die Anzahl der Ausbildungsplätze für alle Schulabgänger reichen könnte, wenn nicht das Drängen in so 
genannte Modeberufe existieren würde. KFZ - Mechatroniker, Einzelhandelskauffrau oder -mann, Koch, Friseure oder Reisekaufleute seien hier in der 
Spitzenposition der Wünsche.
Nach der Unternehmensbesichtigung und der Erkenntnis, dass im KSB sehr ansprechende Arbeitsbedingungen herrschen, erscheint diese Berufsorien-
tierung eher unschlüssig. Wir erfuhren von Frau Fischbeck, dass Jugendliche, die ihre Ausbildung mit 2,0 und besser abschließen in ein unbefristetes 
Arbeitsverhältnis übernommen werden, alle anderen die Möglichkeit haben, sich in einer Befristung von einem Jahr zu bewähren und ihren Arbeitsplatz 
zu sichern.

Weil das Kollegium sich schon darauf gefreut hatte, dass der Wirtschaftsminister, Herr Dr. Haseloff, sich in der Podiumsdiskussion stellt, war die Ent-
täuschung groß, als in dessen Vertretung Detlef Schubert, Staatsekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen - Anhalt erschien. Leider 
zeigte es sich auch noch in anderer Hinsicht als eine Enttäuschung, da seine Kenntnis des Bildungssystems in Sachsen - Anhalt sich nebulös zeigte. 
Wenn ein Vertreter der Landesregierung z.B. von Mittelschulen statt Sekundarschulen spricht, stellt sich zurecht die Frage, wo seine Gedanken be-
heimatet sind. Viel Polemik, wenige Aussagen zu Problemen, die tatsächlich bestehen bis hin zu der Forderung, dass die Schule den Eltern die 
Erziehung etwas mehr abnehmen muss, um wieder Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Höflichkeit und Leistungsbereitschaft in den Mittelpunkt zu 
stellen. 

Aber das schmälert den Erfolg dieser Fortbildung nicht, denn die Erweiterung des eigenen Horizonts zu bestimmten Berufsfeldern, die Freude, dass gut 
funktionierende Unternehmen in der Region präsent sind und eine sehr ansprechende Organisation der Veranstaltung geben den Initiatoren Recht in 
dem Ziel, möglichst viele Partner in den Prozess der Ausbildung junger Menschen einzubeziehen.

Wenn mich jetzt ein Schüler nach einem Beruf im Metallfach wie Zerspanungsfacharbeiter oder Industriemechaniker fragt, werde ich nicht mehr an 
Arbeiter mit öligen Händen und Arbeitsanzügen in dunklen und schmutzigen Werkhallen denken, sondern das Bild der KSB - Produktionshallen vor mir 
haben und ihm raten, sich das mal näher anzuschauen.
AJu