Am vergangenen Mittwoch verwandelte sich die ehrwürdige Aula der Latina in Halle in einen Ort, an dem nicht nur der Ernst des Lebens, sondern auch der Spaß an der Politik zu Hause war. Die Hengstmann-Brüder aus Magdeburg, bekannt für ihre spitze Zunge und ihren spitzen Humor, gaben sich die Ehre.
Vier 10. Schulklassen aus dem Genscher-Gymnasium, welches Europaschule werden möchte, die 12. Klassen der Europaschule KGS „W.v.Humboldt“, sowie mehrere 9. Klassen aus dem Europagymnasium Latina August Hermann Francke hatten in der Aula Platz genommen, um sich politisches Kabarett nicht entgehen zu lassen. Unterricht mal ganz anders: Statt Tafelbildern gab es Pointen, statt Hausaufgaben Denkanstöße. Und das alles ganz ohne Notenstress!
Natürlich durfte zu Beginn das Thema Meinungsfreiheit nicht fehlen. Mit einem Augenzwinkern stellten die Hengstmanns fest: „Man kann hier nischt mehr sagen!“ – und bewiesen im nächsten Satz, dass man sehr wohl noch alles sagen kann, ohne in einem weißen oder schwarzen Van zu verschwinden.
Die Brüder philosophierten ebenso über die Regierungsarbeit und kamen zu dem Schluss: „Streit gehört in der Demokratie dazu, aber die Regierung kommt nicht voran.“ Auf die Aussage: „Was besseres als Scholz finden wir immer“ kam die trockene Antwort: „…da kannten sie Merz noch nicht“. Nebenher wurde die „überhaupt nicht pauschale Stadtbilddebatte“ satirisch aufs Korn genommen, genauso wie das 100 Milliarden Euro Sondervermögen, welches natürlich keine Schulden darstellt.
Am Ende des Kabaretts wurden spontane und diverse Schülerfragen geklärt und alternative Theorien, z.B. über batteriebetriebene und ferngesteuerte Überwachsungstauben ad absurdum geführt. Nach einem langen Applaus verließen alle die Aula mit einem Lächeln – und vielleicht sogar ein bisschen mehr Interesse an Politik. Die Hengstmann-Brüder haben bewiesen: Politisches Kabarett ist nicht nur was für Erwachsene mit Zeitungsabo, sondern auch für Schüler mit Humor und einer gesunden Portion Neugier.
Die Europaschulen bedanken sich bei den Hengstmann Brüdern aus Magdeburg, bei der Latina für die Umsetzung und beim Ministerium für Bildung für die Finanzierung der Veranstaltung.
Autor: Torsten Stade